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Alle positiven oder negativen Ereignisse sind die Reflektionen des eigenen Geistes.

Eine Geschichte

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29. April 2009

Ich bin in meiner bescheidenen Wohnung in einer abgelegenen Gegend von Kathmandu, wo ich hoffe, dass mich niemand finden kann, und auch ich niemanden finden kann, und packe meine Dinge und räume auf, was noch immer über die Tische und den Boden verstreut ist. Ich dachte, ich könnte eine Pause machen, aber ich bin noch immer beschäftigt mit Packen und Auspacken. Ich denke, dies ist die langweilige Geschichte meines Lebens. Dann sah ich auf dem Tisch ein Buch mit dem Titel "Buddhas Lebensgeschichte", und als ich es durchblätterte, kam mir eine Geschichte über das Massaker des Sakya Clans zwischen die Finger; diese Geschichte möchte ich euch weitergeben.  

Buddhas eigenes Königreich, Kapilavastu, hat einen sehr mächtigen Nachbarn, das Kosala Königreich. Beide Königreiche lagen historisch im Konflikt miteinander. Ein interessantes Ereignis passierte, bevor Buddha erleuchtet wurde. König Prasanjit von Kosala sandte einen Botschafter nach Kapilavastu, dem Königreich des Sakya Klans, um sich um eine der Prinzessinen zu bewerben. Aber die Sakyas schauten auf die Kosalas herunter und betrachteten sie als Barbaren, daher wollte der Vater Buddhas den König von Kosala nicht verärgern und verheiratete ein Sklavenmädchen, die für ihn als Prinzessin verkleidet war. Der Buddha war mit dieser Idee damals nicht einverstanden, da sie das Königreich Kosala nicht respektierte, und es eine schlechte Tat ist, zu lügen. Sein Vater aber hörte nicht auf ihn, und das Sklavenmädchen aus Sakya wurde Königin von Kosala. 

Zehn Jahre nach seinem Verzicht auf das Königreich und 4 Jahre nach seiner Erleuchtung, ging der Buddha zurück in sein Königreich um zu lehren. Die Sakyas waren so erregt und sie bauten einen wunderschön verzierten Altar für den Buddha. Zu der Zeit hatte der König und die Königin von Kosala einen achtjährigen Sohn, Prinz Virhudaka, der zurück nach Kapilavastu geschickt wurde, um Waffenkunde zu lernen. Die Soldaten erwischten den jungen Prinzen beim Spielen in dem heiligen Altar und ihr Kommandeur sagte dem Prinzen, dass er der Sohn einer Sklavin sei und somit den Altar verunreinigt hätte. Prinz Virudhaka war beleidigt und wurde sehr erbost und nachdem er erfahren hatte, dass Buddhas Vater seinen Vater mit der Heirat einer Sklavin betrogen hatte, schwor er, Rache an dem Sakya Klan zu nehmen.

Wenigstens eine Weile herrschte Friede, da der König und die Königin von Kosala Schüler des Buddha waren. Aber als Prinz Virudhaka gewaltsam die Macht seinem Vater entriss, erklärte er den Sakyas den Krieg. Der Buddha stoppte ihn 3 mal, aber beim 4. Mal litt der Buddha an Kopfschmerzen und konnte den Prinzen nicht daran hindern, und der nun König von Kosala gewordene Prinz marschierte mit Erfolg nach Kapilavastu ein. Maha-Maudgalyayana, ein Schüler Buddhas, der für seine Wunderkräfte sehr berühmt war, dachte, er könne zumindest 500 Sakyas retten, indem er sie in seiner Bettelschale zudeckte und aus Kapalavastu herausnahm. Aber als er die Schale öffnete, war da nur Blut. Der Buddha lehrte ihn, dass das Gesetz des Karma nicht verhindert werden könne, wenn das Karma gereift war, und niemand könne es aufhalten, nicht einmal jemand, der Wunder vollbringen könne.   

Nach der Tragödie konnten die Schüler Buddhas nicht verstehen, warum er nicht einmal seinen eigenen Leuten, den Sakyas, helfen konnte. Der Buddha erzählte ihnen eine Geschichte aus alten Zeiten. In der Nähe eines Dorfes gab es einen Teich. Einmal gab es aufgrund einer Dürre und Hungersnot nichts zu essen, daher aßen die Leute Fische, Garnelen, Muscheln und Krabben, die man leicht aus dem austrocknenden Teich herausnehmen konnte. Es gab sogar einen riesigen, ca. 2-3 Meter langen Fisch. Jeder erfreute sich an dem Fleisch anderer Tiere, ausser einem 3-jährigen Kind. Er sah den großen Fisch sein Maul aufsperren und dachte, dies sei sehr lustig, und er schlug den Fisch 3 mal mit einem Ast auf den Kopf.

Nach vielen, vielen Leben nahmen diese Dorfbewohner Wiedergeburt als der Sakya Klan an. Der riesige Fisch nahm die Wiedergeburt als Prinz Virudhaka an und seine Armee waren tatsächlich die Fische, Garnelen, Muscheln und Krabben, die grausam von den Dorfbewohnern gegessen wurden. Der Junge, der den Fischkopf schlug war der Buddha selbst. Obwohl der Buddha nicht tötete und keinen der Teichwesen aß, so musste er doch an Kopfweh leiden, da er den Kopf des Fisches 3 mal geschlagen hatte. Zusammen mit dem Massaker des gesamten Sakya Klans ist dies ein Beispiel für kollektives Karma. 

Dies ist wechselseitig sich bedingende Entstehung, und niemand kann der Rechnung des Karma entgehen. Wenn die Bedingungen für das Reifen des Karma günstig sind, dann wird das entsprechende gute oder schlechte Karma kommen, um dir die Ergebnisse deiner früheren positiven oder negativen Handlungen zu zeigen. Es gibt ein Sprichwort: "die Erleuchteten fürchten sich vor den Ursachen, die fühlenden Wesen fürchten sich vor den Ergebnissen." Es gibt 2 Arten von Karma: das individuelle und das kollektive Karma.

Meine Ausschweifung tut mir leid. Was mich eigentlich mit vielem anderen dazu brachte, diese Geschichte zu erzählen, ist eine email, die ich vom Vorsitzenden von Drukpa Mexiko erhielt. Wie ihr alle wisst, geht eine seltsame Grippe um, und ich lernte gerade einen neuen Ausdruck: "Schweinegrippe". Zuerst dachte ich, "oh, nicht schon wieder, sie werden wieder alle Vögel und Hühner töten."  Erst dann wurde mir klar, dass "Schwein" "Sau" bedeutet. Also wenn jetzt ein Schwein eine Grippe kriegt, kann es uns anstecken, und dann können wir die Schweinegrippe an alle weitergeben. Wie erschreckend dies ist!

"Du bist, was du ißt" höre ich immer einige meiner Freunde sagen. Ich weiss nicht, ob es mit dem Essen, das einige Leute zu sich nehmen, zu tun hat, dass sie auch leicht mit den Krankheiten des Tieres befallen werden, das sie essen.

Zurück zum Karma: Nach meinem Gefühl ist der Ausbruch der Schweinegrippe das Reifen eines kollektiven Karmas. Es gibt keine Möglichkeit, davor wegzulaufen, egal, ob es in Mexiko, Hong Kong, Amerika, Europa, Japan oder sogar in Australien passiert. Manche Leute mögen sagen, "ich habe niemals ein Schwein getötet, ich habe niemals ein Tier getötet, warum muss ich all dies erleiden?" Schaut auf die Geschichte des Sakya Klan: Vor Aeonen töteten die Dorfbewohner viele Tiere im Teich und ihr kollektives Karma passierte viele Generationen später. Selbst wenn du in diesem Leben eine gute Person bist, kannst du immernoch leiden, wenn die Bedingungen gegeben sind, dass dein früheres negatives Karma reift. Wie viele Schweine, Vögel, Hühner, Fische und alle sonstigen armen Tiere hast du getötet und gegessen? Du weisst es nicht.

Buddha Shakyamuni würde dies kollektives Karma nennen. Auch ich, der ich ein reinkarnierter Meister usw. bin, kann durch mein eigenes reifendes Karma durchgehen müssen, da ich etwas Schlechtes oder Falsches vor Millionen von Jahren, vor vielen Leben gemacht haben könnte. Also müssen die Ergebnisse erlebt werden.

Dies bedeutet nicht, dass wir hilflos leiden müssen. Wir sollten dies als eine Lektion, als eine Belehrung verstehen. Von jetzt an sollten wir uns sehr gut verhalten. Selbst wenn wir keine Liebe oder Mitgefühl haben, so sollten wir doch besorgt sein, derartige negative und schmerzvolle Erfahrungen machen zu müssen. Was gerade passiert ist sehr unglücklich, aber wir sollten es nicht gleichgültig und unwissend hinnehmen, sondern es als ein Alarmzeichen erkennen. Dies bedeutet, dass wir als menschliche Wesen Lösungen finden müssen, harmonisch miteinander zu leben, besonders wenn es um Tiere und Natur geht. Wir sollten überhaupt niemanden in diesem Universum ausnutzen, da wir früher oder später die Leidtragenden sein werden.

Wir können Tiere diese Dinge nicht sagen, da wir annehmen, dass sie nichts wissen oder verstehen, zumindest aber können sie nicht sprechen. Wir Menschen, die wir angeblich intelligenter sind, sollten die sein, die wissen, wie man für eine bessere Zukunft leben muss; hier sollten wir unsere Klugheit einsetzen.

Die Leute müssen mehr "Live to Love" praktizieren, nicht nur, indem sie sich gut verhalten, sondern wir sollten unser Bestes geben, diese Wesen zu befreien, die vor der Schlachtung wegen unserem eigenen menschlichen Egoismus stehen, und auch jenen Wesen helfen, die an der "Schweinegrippe" leiden. 

Ich bin sehr froh, dass 600 meiner Nonnen und Mönche zusammenkommen können, um diese Walking Pilgrimage mitzumachen. Ich bin auch sehr begeistert, dass einige meiner Freunde und Schüler mit einer so kreativen Idee aufkamen, unsere Wander Pilgerschaft zu einem karitativen Ereignis zu machen, sodass wir fähig sein werden, zusammenzukommen, um den Kindern auf verschiedenste Art zu helfen. Dies ist eine großartige und praktische Art, Live to Love zu praktizieren, und weniger glücklichen Kindern Hilfe anzubieten.

In der jetzigen Zeit, wo wir zuerst finanzielle Probleme sahen, jetzt die gefährliche Schweinegrippe umgehen sehen, ist dies ein großer Alarm, dass wir unsere Zeit nicht vergeuden sollten, nicht nur wegen dieser Sache mit dem Reifen des kollektiven Karmas, sondern auch, da das Leben so vergänglich ist. Stattdessen sollten wir versuchen, mehr Zeit gemeinsam zu verbringen. Wir sollten Zeit finden, zusammen zu kommen, um unsere kollektive Energie dem Tun guter Dinge zu widmen, zusammen zu praktizieren, gemeinsam zu gehen und uns gegenseitig zu unterstützen, damit unser kollektives gutes Karma zuerst uns enorm Glück und Freude verschafft, dann unserer Umgebung, dann unserer Umwelt, allmählich auch der ganzen Welt und dem größeren Universum. Ich möchte alle, die die Zeit haben oder die Zeit finden können, stark ermutigen, sich uns bei der Wanderpilgerschaft anzuschliessen, und diejenigen, die nicht die Zeit haben, ihr könnt immer den karitativen Fussmarsch für die Kinder unterstützen.

Guru Rinpoche 

An meine Freunde und Schüler habe ich auch eine große Bitte: 7 Tage lang von heute an bis zum 6. Mai möchte ich alle bitten, sich mir bei der Rezitation des Vajra Guru Mantras anzuschließen und die Anzahl der rezitierten Mantras per Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können zu schicken. Bis zum 6. Mai hoffe ich, dass wir kollektiv 100 Millionen Vajra Guru Mantras ansammeln können, um sie jenen zu widmen, die körperlich und moralisch unter der "Schweinegrippe" leiden. Ich glaube, dass dieses Mantra helfen wird. Wir sollten auch versuchen 100.000 Leben zu befreien, nicht irgendwelche Leben, sondern vor allem jene Leben, die geschlachtet werden sollen, um unseren Appetit zu stillen. All jene unter euch, die keine Vegetarier sind, versucht zumindest für diese 7 Tage Vegetarier zu sein. Wenn wir alle dieses Ziel erreichen, wird zumindest eine gewisse Hilfe da sein.

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Ladakh Katastrophenhilfe

UPDATE 11.08.2010: Seine Heiligkeit geht selbst ins Katastrophengebiet um zu helfen. Er bittet uns alle nochmals, großzügig zu spenden. Die Situation spitzt sich zu. Ein PDF zur Situation in Ladakh kann hier runter geladen werden.

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