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"Gib niemandem die Schuld, wenn du mit Hindernissen kämpfst; erkenne nur, was du gerade durchmachst!"
- Seine Heiligkeit, der 12. Gyalwang Drukpa -

Pilger erzählen

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Maratika Pilger
 

14. Februar 2009

Aus irgendeinem Grund habe ich immer noch keine Fotos erhalten. Vielleicht stelle ich die Fotos dann online, nachdem ich aus Ladakh zurückgekommen bin. Wie ihr wisst, habe ich ab morgen ein 2-Wochen Programm in Ladakh, und dort ist es fast unmöglich, etwas zu schreiben, wegen meinem gefüllten Terminplan und hochladen geht wegen der Internet Verbindungsprobleme nicht. Also müsst ihr warten, bis ich aus Ladakh zurück bin.   

Helga Jigme Sangye Choedron und Jigme Zango, eine aus dem Westen und eine aus dem Osten, waren zwei der wenigen glücklichen Freunde und Studenten, die es schafften, uns bei unserer Wanderpilgerschaft nach Maratika zu begleiten. Ich bin glücklich, mit euch das teilen zu können, was sie mir geschickt haben. Statt immer nur zu lesen, was ich zu sagen habe, habt ihr nun zumindest die Wahl, auch zu lesen, was andere zu sagen haben.

Ich habe von vielen Leuten Valentinstag Grusskarten geschickt bekommen. Ich denke, es ist eine Zelebrierung der Liebe, vielleicht auf weltlichem Niveau; es ist nur die Liebe zwischen einem Paar, aber wir können es auch sehen als die Liebe für alle, Liebe für jedes Wesen, Liebe für die Natur, etc. Da also die ganze Welt "Happy Valentine" sagt und die kollektive Energie positiv ist, da es um Liebe geht, so wünsche ich euch auch, meine geliebten Freunde und Schüler, ein sehr GLÜCKLICHES VALENTIN!

Nun kommen die Berichte von Sangye Choedron und Jigme Zangmo. Ich habe nicht viel Zeit, sie selbst durchzulesen, aber ich bin sicher, dass sie sie on ihrem Herzen aus geschrieben haben.

“Maratika” Pilgerschaft (von Helga Jigme Sangye Choedron)

HelgaAls ich die kleine Retreathöhle Seiner Heiligkeit betrat, kamen Tränen in meine Augen; ich konnte immernoch die Wirkung seiner intensiven Praxis spüren - und somit habe ich mir erlaubt, noch einen anderen Energie-Ort in den Himalayas zu erfahren. Das kleine gelbe Zelt, das ich nur ein paar Meter entfernt davon aufgebaut hatte, kam mir in den Sinn - der Klang Seiner Stimme, wie Er Tag und Nacht Mantras rezitierte, kam in meine Ohren zurück - alles vermischt mit einem starken Gefühl der Endlichkeit; 19 ganze Jahre sind seither vergangen; aber waren sie mehr, als ein tiefes Einatmen, ein einziges Ein- und Ausatmen, lediglich ein Fingerschnippen? Welche Früchte haben diese hunderte von Tagen, diese Tausende von Stunden und Minuten wirklich gebracht, dachte mein neugieriger und gebeutelter Geist.

Ein fruchtvolles Leben, anderen zum Wohle, einen mitfühlend liebenden Geist zu entwickeln, waren die Hauptpunkte, betonte Seine Heiligkeit immer wieder während dieser Geh-Pilgerschaft nach Maratika. Was für einen anderen Zweck könnte ein langes Leben sonst haben?

Guru Rinpoche hat diesen Ort gesegnet durch das Erreichen von Langlebigkeit und Unsterblichkeit. Wir alle waren so scharf darauf, diese selbst-entstandene Vase der Unsterblichkeit, seinen Hut, Trompete und Ofen, die sich in Stein verwandelt hatten, zu berühren, oder einen Tropfen von "Dutsi" oder "geheiligtem Wasser" zu ergattern, den der Fels noch immer produziert. All dies mit dem starken Wunsch im Sinn, dass unser Herzensmeister und seine respektierten Eltern lange leben mögen und niemals das Reich der Vergänglichkeit betreten mögen.

Die Anwesenheit Seiner Heiligkeit, Seiner Eminenz Bairo Rinpoche und der ehrwürdigen MayumLa verwandelten Maratika wieder einmal in ein Reines Land. Mit Hilfe Seiner ergebenen Nonnen vergingen die Tage mit dem Hissen hunderter von Gebetsfahenen, während Feuer in alle vier Richtungen angezündet alle Hindernisse beseitigten; Langlebensgottheiten wurden ständig angerufen, gefolgt von hunderten von Lampenopfern: unser spiritueller Vater hatte etwa 200 seiner Kinder auf noch eine weitere wunderbare Pilgerreise mitgenommen.

Sowohl Menschen wie auch gleichermaßen Tiere erhielten den Segen Seiner Heiligkeit. Kaum hatte der Hubschrauber mit Bairo Rinpoche und MayumLa in Richtung Kathmandu abgehoben, begannen wir schon mit dem Rückmarsch. Ganz plötzlich war mitten zwischen uns ein schwarzer, hässlich aussehender Hund, ziemlich alt, mit ausgehendem Haar, seine blanke Haut voll mit Bissen, ein typisches Beispiel eines nepalesischen Strassenhundes. Aber voll entschlossen, sein Leben herzugeben in den Himalayaausläufern und uns überallhin zu folgen, wo auch die Reise hin gehen möge. Völlig unbeeindruckt von unseren Versuchen, ihn zurück nach Maratika zu schicken, selbst wenn wir ihn mit  Stöcken bedrohten, oder vorgaben, Steine zu werfen. Er wartete bis wir weitergingen und Sekunden später war er wieder zurück, ganz nahe bei Seiner Heiligkeit. Einmal mussten wir eine sehr lange Hängebrücke überqueren und als Seine Heiligkeit einen Moment stoppte, sah er den Hund am Fluss sitzen und zu unserem Guru heraufschauen, als ob er ihn bitten würde, ihn mitzunehmen; ein Mönch trug den Hund dann über die Brücke und seitdem war er bei uns: durch die Dörfer hat er Ihn vor anderen wilden Hunden beschützt, auch im Nachtlager und im Bus zurück nach Kathmandu, wo wir mitten auf einer nepalesischen Fernstrasse 30 Stunden lang wegen eines Streikes und Protestes der örtlichen Bewohner warten mussten. Jetzt hat sich dieser Hund namens "Maratika"  der Familie der zahllosen Hunde, die auf Druk Amitabha Mountain wohnen, angeschlossen.

Während der Pilgerung marschierten wir immer in einer Reihe, einer hinter dem anderen. Einige Male erlaubte mir mein Karma, hinter unserem Herzensmeister herzugehen, und während all der Gebete, die wir ständig rezitierten, kam mir ein feuriger Wunsch und Gebet immer wieder in den Sinn: "Möge ich und alle fühlenden Wesen immer in Deinen Fusstapfen Dir folgen, mögen wir Deiner erleuchteten Energie immer nahe sein, bis wir das Reich "Dewachen" erreichen. Danke aus meinem tiefsten Herzen, Deine Heiligkeit, für diese wunderbare Pilgerreise.

von Jigme Zangmo

Jigme ZangmoIch bin gerade rechtzeitig vom Flughafen Kathmandu angekommen, um alle auf dieser verheißungsvollen Pilgerreise zum Beten für das Lange Leben Seiner Heiligkeit und Bairo Rinpoche zu begleiten. Da dies meine erste Pilgerreise war, hatte ich keine Ahnung, was ich mitnehmen sollte. Ich ließ viele meiner samsarischen Besitztümer auf Druk Amitabha Mountain zurück. Nach meiner Überlegung und aus meiner Sicht, dachte ich, das sei eine gute Übung, da wir so sehr an unseren materiellen Besitztümern und unserem Komfort hängen, und ich dachte, das sei eine gute Gelegenheit, uns zu überprüfen, was wirklich wichtig ist. Obwohl ich von vielen Fliegen und Käfern gestochen wurde und mein Gesicht wie Sandpapier war, war ich überglücklich, Teil dieser wunderbaren spirituellen Familie zu sein. Einmal war es wirklich lustig: ich muss total "mitgenommen" ausgesehen haben, und Seine Heiligkeit sagte: "Zangmo La, ich denke, du solltest dich mal gut waschen gehen!" Seine Heiligkeit wusste wenig davon, dass ich weder Seife, Cremes, Shampoo und nicht einmal ein Gesichtshandtuch dabei hatte!

Obwohl dies meine erste Wanderpilgerschaft war, fühlte ich mich sehr privilegiert, Teil dieser wunderbaren spirituellen Familie zu sein. Ich spürte wirklich, wie wir alle gemeinsam vereint waren, allen Hindernissen zu begegnen, uns an der Natur zu erfreuen und uns mit ihr zu verbinden, uns gegenseitig zu ermutigen und mit den Dorfbewohnern unterwegs Kontakt aufzunehmen.

Wir waren auf dem Hochweg nach Maratika alle sehr besorgt, da Seine Heiligkeit sehr ausser Atem war und trotzdem darauf bestand, seinen Rucksack selbst zu tragen. Ich war außerordentlich bewegt durch Seine Entschiedenheit, Selbstlosigkeit und der spirituellen Praxis, was Er uns wirklich nicht nur durch Seine Lehren, sondern auch durch Seine Taten zeigt; wir sind wirklich sehr beglückt, dass wir einen so großen Meister wie Seine Heiligkeit haben.

Unsere Gruppenleiterin war Jigme Ösel Tara, sie ist 19 Jahre alt, und ich war sehr beeindruckt, wie Seine Heiligkeit persönlich jede der Nonnen als Führer ermächtigt. Ich war sehr erstaunt über das Organisationsniveau der verschiedenen Gruppen, zu denen jeder von uns zugeteilt war. Alles lief wie ein Uhrwerk und jeder gab sein Allerbestes und hat jeden Moment ausgekostet, da dies für uns alle (300) eine so seltene Gelegenheit ist, uns mit unserem Guru zu verbinden.

Es war auch sehr berührend, die Liebe und Devotion Seiner Heiligkeit zu Seinen Eltern, Bairo Rinpoche und MayumLa zu sehen, wie er sie in einem Hubschrauber nach Maratiki fliegen ließ. Dies zeigte mir wirklich, wie man das Gleichgewicht zwischen Spiritualität und der Realität des Lebens erreichen kann.

Unterwegs waren auch viele Menschen und Tiere von der universellen Liebe und dem großen Mitgefühl Seiner Heiligkeit berührt, und wir hatten einen alten streunenden Hund, Jigme Maratika, der sich weigerte, die Seite Seiner Heiligkeit zu verlassen, obwohl er nicht gesund war, und er folgte uns bis nach Druk Amitabha Mountain zurück. 

Wir waren alle sehr aufgeregt, diese seltene Gelegenheit zu haben, die Höhle Seiner Heiligkeit zu besuchen, und wir benahmen uns wie begierige Kinder, die geduldig warten, bis sie dran sind.

Aus tiefem Herzen möchte ich Seiner Heiligkeit und der gesamten Sangha danken, diese kostbare Erfahrung der Spiritualität zu teilen, und möge Seine Heiligkeit ein langes Leben haben, und möge die Drukpa Linie blühen und von Stärke zu Stärke wachsen!

 

Hier gibts die Fotos dazu. 

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Ladakh Katastrophenhilfe

UPDATE 11.08.2010: Seine Heiligkeit geht selbst ins Katastrophengebiet um zu helfen. Er bittet uns alle nochmals, großzügig zu spenden. Die Situation spitzt sich zu. Ein PDF zur Situation in Ladakh kann hier runter geladen werden.

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