"Überprüfe dich laufend selbst, praktizierst du Dharma oder spielst du Drama ?" |
Das ist Zhonu
31.Oktober 2008
Entschuldigt, dass ich nicht weiter schreiben konnte. Man sagte mir, dass viele Leute ganz heiss waren, zu erfahren, wer Zhonu ist, und einige sagten sogar, dass sie jeden Tag und jede Stunde auf meine Web-Site schauten, wie wenn sie die New York Times lesen wuerden, um zu sehen, ob ich Neuigkeiten oder einige Photos über Zhonu veröffentlicht hätte. Aber ich war so beschäftigt, versuchte einige Abschnitte der Belehrungen für die Nonnen und Mönche auf Druk Amitabha Mountain abzuschliessen, war nörglig beim Schauen nach dem Baufortschritt der Versammlungshalle und des Cafés und war gestresst vom Nichtstun. Plötzlich wurde mir klar, dass mein Asientrip hauptsächlich darum geht, den Leuten beizubringen, wie sie mit Stress umgehen sollten. Vielleicht wärme ich mich auf für diese Belehrungen.
Natürlich sind die Zeiten schlecht. Während ihr im Samsara seid, ist unser Glück niemals dauerhaft. Deshalb sage ich immer, dass man Samsara mit Achtsamkeit erfahren muss und nicht mit Emotionen und Verhaftungen, die sehr schlecht für den Geist und die Gesundheit sind. Einer meiner Schüler, ein Börsenhändler, sagte zu mir, dass er nicht hätte schlafen können, da sein Wohlstand verdampft sei. Ich fragte ihn: "Was meinst du mit "verdampft"?" Man muss verstehen, dass alles voneinander abhängig ist, es macht keinen Sinn, deprimiert zu werden. Ich glaube nicht, dass er keinen Stress hatte oder sehr glücklich war, als er Millionen am Tag verdiente. Diese Art von Auf und Ab durch das ihr euch schleust kommt meist von eurer Schwäche im Geist und eurer Unfähigkeit, in der Gegenwart zu leben.
Ich kann dies sagen, da ich manchmal auch unachtsam in dieselbe Situation gezogen werde. Einer meiner Gurus, der immerfort beschäftigt ist mit Meetings, Konferenzen, Reisen, Belehrungen, Audienzen etc., er ist niemals gestresst. Ich habe ihn niemals gestresst gesehen oder darüber reden hören, dass er gestresst sei. Wie ich in einer meiner vorherigen Nachrichten sagte, manchmal denke ich und denke und denke und sorge mich und sorge mich und sorge mich, und so wird meine Zeit verschwendet. Wenn ich das dann merke, werde ich noch gestresster.
Es gibt gewisse Dinge, die man nicht kontrollieren kann. Die gesamte Welt ist in Unordnung. Ich weiss nicht, was ich dazu sagen oder mit euch teilen soll, ausser, dass wenn ihr ein authentischer Praktizierender seid, dann müßt ihr euch wirklich erden. Betrunken zu werden hilft nicht, gestresst werden hilft nicht und herumrennen wie ein Verrückterder, damit es so aussieht, als sei man beschäftigt, obwohl man es nicht ist, hilft auch nicht. Innere Stärke ist sehr wichtig. Ich schimpfte gerade mit einer meiner Schülerinnen, als ich erfuhr, dass sie mit der Ausrede, gestresst zu sein, zu trinken begann und dann hat sie sich der Musik hingegeben. Ich bin nicht dagegen, im Gegenteil, ich liebe Musik. Aber worauf man achten sollte, ist achtsam zu sein, man sollte nicht davongetragen werden. Eines Tages, wenn weder Alkohol, noch Musik, noch all diese externen Freuden oder "Schmerzmittel" nicht da sind, was machst du dann? Daher denke ich, wenn wir durch diese Epoche des Durcheinanders kommen wollen, müssen wir hart daran arbeiten, unsere innere Harmonie und inneren Frieden zu bewahren. Alles ist die Wahrnehmung unseres eigenen Geistes. Ist der Geist durcheinander, ist auch die äussere Welt durcheinander.
Dies ist Zhonu, das bedeutet "jugendlich". Das ist der Junge, auf den ihr sicher alle neugierig sein müsst, ein Neuankömmling in meiner Familie. Aber ich spüre irgendwie, dass er Familienmitglied ist, seid ich auf diese Welt gekommen bin. Ich schätze, er fühlt genauso.
Phende hat ihn freundlicherweise aus Taiwan zu mir geschickt. Zhonu ist sehr stolz auf sich. Ich weiss nicht, was genau er über sich oder die um ihn herum denkt. Vielleicht denkt er, warum machen diese Leute so viel unnötigen Lärm, wo ich doch so ruhig bin. Er denkt, dass wir überhaupt keinen Lärm bei der Pooja machen sollten. Also er fühlt sich etwas unwohl bei Lärm und Autos, speziell bei großen Lastwagen. Ich kann das verstehen. Wenn man das näher betrachtet, sind diese Maschinen in der Tat beängstigend.
Wir Menschen glauben so clever zu sein, indem wir endlos nach mehr und mehr streben. Aber wir kommen nirgends hin, ausser dass es uns so viel Kopfweh macht, und für alle einschließlich uns selbst so gefährlich wird. Wir erschaffen all diese unerwünschten Dinge in der Welt und jetzt leiden wir unermesslich, viel mehr, als wir verdienen, vermute ich. Natürlich verdienen wir auf gewisse Weise Schmerz und Leiden aufgrund unseres Fehlverhaltens in früheren Leben; das ist das sogenannte "Karma" in indischer Sprache. Ich glaube vollständig an Karma, aber ich glaube auch, dass wir nicht durch eine derart dunkle Periode gehen müssten, wenn wir den natürlichen Weg wählen würden, das Leben kollektiv zu führen. Wir Menschen sind so arrogant, dass wir nicht wissen, wer wir sind und wofür wir da sind. Aber ich möchte jetzt nicht so viel dazu sagen, da ich nicht so viel Zeit habe.
Die Asien Tour hat gerade begonnen. Wann immer ich Zeit habe, werde ich versuchen mit euch Neuigkeiten zu teilen, damit die, die nicht bei mir sind, wissen was los ist.
Die versprochenen Bilder aus Garsha als Diashow könnt ihr euch durch Anklicken eines der Bilder auf der englischen Seite www.drukpa.org an.
Auch mein alter Freund, S.E. Zigar Rinpoche kam, mich zu besuchen. Wir hatten eine sehr gute Zeit beim Plaudern und ich nahm mir die Freiheit, in auf Druk Amitabha Mountain herum zu führen.
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Ladakh Katastrophenhilfe
UPDATE 11.08.2010: Seine Heiligkeit geht selbst ins Katastrophengebiet um zu helfen. Er bittet uns alle nochmals, großzügig zu spenden. Die Situation spitzt sich zu. Ein PDF zur Situation in Ladakh kann hier runter geladen werden.






