logo800years

   
Text Size

holiness

Nach den Zielen streben musst Du selbst. Die Tathagatas (Erleuchteten) sind die Lehrer.

- Buddha Shakyamuni -

Südindien Reise

Eine Reise nach Südindien

Vorsicht, öffnet in neuem Fenster. PDFDruckenE-Mail


13. September 2008

Soeben beendete ich meinen offiziellen Besuch in Südindien und jetzt bin ich auf dem Weg nach Nagarjuna Konda. Ich war sehr froh, dass mein Kollege Drakseng Rinpoche hier die erste monastische Institution für die Drukpa Linie eröffnete, mit Hilfe seines fähigen und gelehrten Sohnes Acharya Ngedon Tenzin, den ich auf dieser Reise zum Khenpo Rinpoche oder Khen Rinpoche (ein Titel, den er wohl verdient) beförderte. Daher und trotz meines extrem vollen Terminkalenders besuchte ich Drakseng Rinpoche und eröffnete seine neue Klostereinrichtung namens "Drukpa Drubgyud Thoesamling Monastery". Da ich den langen Weg bis hier in den Süden machen musste, dachte ich, warum sollte ich nicht eine kurze Pilgerreise machen und mir auch die Gelgenheit geben, mich erneut mit den heiligen Stätten unserer kostbaren Meister, wie Nagarjuna, wieder zu verbinden. Ich war glücklich, dass sich einige wenige meiner Freunde und Schüler trotz ihrer langen Anreise von Hong Kong, Polen, England und Amerika uns anschlossen.

Das Wetter in Südindien ist erstaunlich angenehm. Ich war sehr glücklich, viele riesige und gut entwickelte Klostereinrichtungen und auch eine riesige tibetische Ansiedlung hier in Südindien zu sehen. Zuerst dachte ich, dass unser Drukpa-Stil, sehr bescheiden und mit niedrigem Profil zu sein, nicht viel Aufmerksamkeit erwecken würde. Als ich aber am Flughafen von Bangalore ankam, war ich mehr als überrascht, dass ausser Khen Rinpoche und seinem Anhang auch mein alter Freund Ayang Rinpoche aus Drikung, mein neuer Freund Karma Rinpoche aus Kamtsang und viele andere Rinpoches und Mönche, die ich zuvor nie gesehen hatte, kamen um mich und mein Gefolge zu empfangen. Ich möchte meinen herzlichen Dank für eine so warme Begrüßung zum Ausdruck bringen.

Vor einigen Tagen wurde ich gebeten, eine öffentliche Belehrung für die örtliche tibetische Bevölkerung bei Draksang Rinpoches neuem Kloster zu geben. Am darauffolgenden Tag gab ich dann die Einweihung für Avalokiteshvara (Buddha der Liebe und des Mitgefühls) im Palast meines geliebten Gurus, wo er seine erste Kalachakra Einweihung gab. Jemand erzählte mir, dass , wegen der Begeisterung der Tibeter über meine Belehrungen vom Vortag, die Schulen und Läden geschlossen wurden, und alle wurden ermuntert, zu kommen und die Einweihung zu erhalten. Vielleicht wollten sie mich damit nur glücklich machen, auch, indem sie mir sagten, dass sie niemals die tiefgreifende Philosophie des Buddha auf einfache Art erklärt bekamen, sodass auch moderne Leute sie leicht verstehen konnten. Trotzdem glaube ich das noch immer nicht ganz, da ich weiß, dass viele große Meister so lehren, dass sie heutzutage verstanden werden. Aber ich verstehe es als das Willkommen heißen von mir, der niemand ist, mit warmen, offenen Herzen und ermutigenden, ehrlichen Worten. Dafür möchte ich allen danken, die an meinen Belehrungen teilnahmen, und ich weiss, dass dies durch den Segen meines geliebten Gurus gekommen ist. Einige Leute beklagen sich vielleicht, dass ich die Namen meiner Gurus nicht preisgebe, wenn ich öffentlich über sie rede und sie sind verwirrt, welchen Guru ich meine. Für mich sind ihre Namen so kostbar, dass es mir schwer fallt, ihre Namen mit meinem kontaminierten Mund oder meinen kontaminierten Fingern zu nennen. Dies scheint mein Lebensstil zu sein. Ich fühle mich manchmal seltsam, wenn einige meiner Freunde immer die Namen ihrer Gurus nennen; ich fühle mich wirklich sehr unwohl dabei, dies zu tun.

Es war eine angenehme Überraschung, dass die sehr kundigen großen Äbte von Sera Jey, Sera Mey, Tashi Lhunpo and Seine Heiligkeit Pema Norbu Rinpoche von Namdrol Ling kamen, um die Einweihung von mir zu erhalten. Ich war sehr glücklich, sie zu sehen und um mich zu haben, und ich fühlte mich sehr glücklich über die Gelegenheit, mein Wissen mit so großen Bhikshus und studierten Pandits austauschen zu können.

Da ich kein Politiker bin, erwartete ich keine Nachrichten bei Voice of America. Aber erstaunlicherweise wurde über meine Aktivitäten hier in Südindien im tibetischen Programm ihres Radio- und Fernsehsenders berichtet. Ich hoffe, dass diese Beiträge auch einigen fühlenden Wesen durch ihre spirituellen Botschaften helfen konnten.

Während der 2 Tage der Belehrungen und Initiation lehrte ich auf tibetisch. Es tat mir leid für meine nicht-tibetischen Freunde und Schüler, weil sie sich vielleicht ausgeschlossen fühlten. Ich bin jedoch sicher, dass sie dies verstehen. Man sagte mir, dass ca. 7.000 bis 8.000 Leute an den Belehrungen und der Initiation teilnahmen, und ich war erneut sehr überrascht, dass so viele Leute kamen, obwohl sie vor meiner Reise nicht viel über mich wussten. Ich sprach wieder öffentlich über die verschiedenen Hutfarben. Ich trug zunächst einen roten Hut, aber am darauf folgenden Tag wurde die Farbe des Hutes blau. Ich erklärte, dass dies nicht durch ein Wunder geschehen sei, sondern ich den Hut einfach umgedreht hätte, da dieser sehr spezielle Hut 2 Farben hat. Eine Seite ist blau und die andere Seite ist rot. Alle lachten wie verrückt und sogar die großen Äbte fanden es lustig, dass ich alle zum Lachen brachte.

Da ich gerade etwas Zeit habe, sollte ich euch etwas über die Bedeutung dieses Hutes erzählen. Es ist kein beliebiger Hut, dies ist der Hut, der Tsangpa Gyare, dem Gründer unserer Linie, von den Dakinis als Opfergabe übergegeben wurde, als er im Einzelretreat in Tsari war, der heiligen Behausung von Chakrasamvara. Dieser Hut wurde bekannt als der "Hut der sich gegenseitig bedingenden Koordination". Blau repräsentiert Chakrasamvara und rot repräsentiert Vajra Yogini, wie das Yin und Yang, und gemeinsam repräsentieren sie die große Vereinigung oder das große Siegel. Tsangpa Gyare sagte sehr deutlich, dass dieser Hut so heilig ist, dass jeder, der ihn trägt, ohne Zweifel befreit werden wird und niemals mehr in die niederen Bereiche zurückfallen wird. Aber leider kann dieser spezielle 2-farbige Hut aber nur von den Wiedergeburten Tsangpa Gyares getragen werden. Es gibt auch eine braune Version mit ähnlichem Design, die jedes Mal von unseren Nonnen und Mönchen oder den authentischen Praktizierenden der Drukpa Linie getragen werden sollte. Fast alle meiner Nonnen tragen ihn und auch einige meiner Mönche, aber er ist nicht so populär, da er nicht so modisch hübsch aussieht, denke ich. Aber ich denke, man sollte sich nicht so sehr um die Mode kümmern. Manchmal denke ich auch, dass einige modische Hüte nicht gut aussehen, warum also nicht den Hut nach Tsangpa Gyare´s Mode aufziehen? Zum Glück  meinen die meisten Leute, dass ich mit diesem 2-farbigen Hut besser aussehe, warum auch immer.

Am Ende der Einweihung sagte Ayang Rinpoche bei seiner Dankesansprache etwas, was mich wirklich verwirrte. Daher dachte ich, dass ich einige Klarstellungen machen sollte. Er sagte, dass ich meinen Namen irgendwie von "Drukchen" zu "Drukpa" verändert hätte. Tatsächlich jedoch ist mein Name seit der Zeit Tsangpa Gyares "Drukpa" und nicht "Drukchen". Irgendwann jedoch, mitten auf dem Weg zwischen Tsangpa Gyare und mir, meinten einige nette Leute, dass "Drukchen" (großer Drachen) besser klingen würde, und sie änderten meinen Namen. Aber ich denke nicht, dass dies korrekt ist. Ich diskutierte diesen Namenswechsel auch mit dem verstorbenen Adeu Rinpoche, da er auch sehr an diesem Thema interessiert war, aber er konnte sich auch nicht erinnern, wie oder wann mein Name von "Drukpa" zu "Drukchen" geändert wurde. Zu allem Übel schreiben jetzt  auch Bücher und sogar tibetische Texte, die von Klöstern oder internationalen Publikationen herausgegeben werden, meinen Namen falsch als "Drukchen". Das ist ein großer Fehler. Mein Name ist "Drukpa". Wenn ihr wollt, offiziell, oder mit Ehrentitel sagt man "Gyalwang Drukpa". Der Ehrentitel "Gyalwang" bedeutet "König der Siegreichen" und wird gewöhnlich für die Gründer einer Linie und ihre Nachfolger benutzt. Mein Guru ist auch ein "Gyalwang", wie auch mehrere andere Oberhäupter tibetischer Linien als "Gyalwng" bekannt sind. Daher sagte ich allen, dass ich meinen Namen nicht geändert hatte, sondern irgendjemand oder einige änderten meinen Namen vor mehreren Jahrhunderten. Jetzt möchte ich diesen Irrtum ein für alle mal korrigieren.

Natürlich ist der Name letztendlich nur ein Etikett. Ihr könnt mich nennen, was ihr wollt. Leider habe ich diese Freiheit nicht und ich denke, es ist nicht fair gegenüber Tsangpa Gyare und den Drachen, die vor ihm erschienen, wie auch gegenüber all den großen Yogis, die über Generationen hinweg wieder und wieder erschienen bis zum heutigen Tage. Daher muss ich zum Wohle unserer Linie diese Erklärung machen.

In letzter Zeit bemerkte ich, dass einige sehr seltsame Dinge in unserer spirituellen Welt passieren. Es ist etwas, was ich nicht mag und was die gesamte Schönheit der Spiritualität verschmutzen wird. Die Leute glauben nur an die Mehrheit. Daher nutzen einige clevere Leute mit versteckten Absichten und cleveren Methoden das Spiel der Mehrheit im Namen der Spiritualität. Dies ist kein gutes Zeichen, sondern ein Zeichen des Zerfalls der Spiritualität. Auch meine Namensänderung sagt etwas dazu. Ich fühle mich wirklich nicht wohl dabei oder glücklich damit. Aber bestimmt ist es an der Zeit, Korrekturen zu machen, nachdem ich es jetzt erwähnt habe. Die Geschichte ist sehr wichtig und daher ist es auch sehr wichtig, sicherzustellen, dass die Geschichte nicht verändert oder manipuliert wird. Wenn speziell im Fall spiritueller Linien - welcher auch immer - alle Meister fähig wären, ihre Motivation strikt auf die Hilfe für alle fühlenden Wesen zu konzentrieren, dann hätte es derart unautorisierte Änderungen nicht geben können. Ich bin froh, dass ich die Gelegenheit habe, dies hier zu sagen. Hier wenigstens ist ein Ort, an dem ich ganz frei ausdrücken kann, wie ich mich fühle. Zumindest habe ich die Freiheit dazu.

Dies ist auch der Grund, warum ich immer sage, dass ihr achtsam und vorsichtig sein sollt, eine authentische Linie und  einen wahrhaften Meister zu finden, die euch helfen können, eure eigene Natur zu erkennen. Dies ist äußerst wichtig, denn für jene unter euch, die die kostbare Gelegenheit haben, die buddhistische Philosophie zu lernen, ist es eine sehr seltene Gelegenheit. Einen echten und qualifizierten spirituellen Meister zu finden, ist auch sehr schwierig. Ich will nicht sagen, dass es unmöglich ist. Aber einen echten und qualifizierten spirituellen Meister zu finden, der eine karmische Verbindung zu dir hat, ist wirklich extrem schwierig. Du brauchst Zeit zur Prüfung und auch Intelligenz für die Überprüfung.

Leider kann ich jetzt keine Fotos zeigen, da das Hochladen zu schwierig ist, wegen der schlechten Verbindung. Wenn ich eine bessere Verbindung finde, werde ich sicher einige Fotos über diese Reise mit euch teilen:

Inzwischen gibt´s den Link zur Südindien Fotogallerie

Kommentare (0)

RSS feed Kommentare

Zeige/Verstecke Kommentare

Kommentar schreiben


busy

Ladakh Katastrophenhilfe

UPDATE 11.08.2010: Seine Heiligkeit geht selbst ins Katastrophengebiet um zu helfen. Er bittet uns alle nochmals, großzügig zu spenden. Die Situation spitzt sich zu. Ein PDF zur Situation in Ladakh kann hier runter geladen werden.

Secured by Siteground Web Hosting