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Südkorea Rundreise
Buddhistische Rundreise durch Südkorea

2. September 2008
Vor einigen Tagen kam ich in Seoul an, inmitten trauriger Ereignisse, die wohl aus der Diskriminierung des Buddhismus in Südkorea resultierten. Man sagte mir, dass der Buddhismus im historischen Korea die Staatsreligion war. Im späten 8. Jahrhundert und den darauffolgenden Jahrhunderten wurden viele wunderschöne Tempel und Klostereinrichtungen mit der Hilfe vieler erleuchteter Meister und Schüler gegründet, die die wahre spirituelle Lehre des Buddha von Generation zu Generation weitergaben.
Trotz der Degenerierung der Spiritualität im allgemeinen, und speziell und traurigerweise des Buddhismus, haben die Koreaner noch den großen Segen, in der Gegenwart einiger sehr weit entwickelter spiritueller Meister zu leben.
Auch ich habe Glück, momentan in Begleitung von einem der ältesten Äbte zu sein, der als der höchste Meister im Rang und der spirituellen Entwicklung in Südkorea angesehen wird. Schade, dass ich mir schlecht Namen merken kann, aber ich habe ein Foto mit ihm, wo er in der Mitte von uns allen steht.
Dieser alte Meister erinnert mich an unsere großen tibetischen Meister, die wirklich realisiert und lebende Boddhisattvas sind. Er spricht eine Menge und verbindet sich gesellig mit den Leuten. Er kam sogar in mein Schlafzimmer, um zu sehen, ob alles ok war. Obwohl es weder für mich, noch für andere irgendeine Gelegenheit gab, vor ihm zu sprechen, war er sehr interessiert, all sein Wissen mit uns zu teilen. Ich kann sagen, dass er sehr in der Gegenwart und in seinem eigenen weiten inneren Raum lebte. Seine inneren Fähigkeiten erinnerten mich wirklich sehr an meinen eigenen Root Guru, daher war ich so glücklich in seiner Gegenwart, obwohl ich nicht die geringste Chance hatte, irgend etwas zu sagen. Aus tiefem Herzen schätze ich jede Begegnung mit so freundlichen, echten und einzigartigen Meistern, die nicht nur in Südkorea, sondern überall sehr selten zu finden sind. Leider ist er jetzt schon sehr alt. Ich bete ständig für sein langes Leben und werde ihn immer im Herzen bewahren.

Ich bin beim Abt des Kilsangsa Tempels, Meister Deokjo, untergebracht. Er gab mir freundlicherweise all die Fotos auf dieser Seite. In Kilsangsa gab ich dieses Mal meine ersten Belehrungen. Meister Deokjo ist sehr achtsam, immer nach uns allen zu schauen und uns zu umsorgen. Trotz seines extrem vollen Terminkalenders, nimmt er sich die Zeit, mich auf dem ganzen Weg zum südlichen Teil, wo ich gerade bin, zu begleiten. Er zeigte mir die herrliche Pagode und die wundervolle Arbeit, die er in Kilsangsa geschaffen hat. Ich bin besonders stolz auf ihn, dass er mit dem Tempel mitten in Seoul neben dem Präsidentenpalast einen so wundervollen Tempel gesschaffen hat.
Auf Bitte des Meisters Deokjo gab ich in Kilsangsa Belehrungen über Manjushri. Zuerst sagte man mir, dass nur etwa 400 Leute zu den Belehrungen erwartet würden. Ich war froh, dies zu hören, da es dann leichter ist, die Segen zu geben. In Ladakh und anderen Orten des Himalaya muss ich manchmal 16 - 18 Stunden in der Menge sein, um ihnen Segen, oder eher Ermutigung und moralische Unterstützung zu geben. So dachte ich, dass es dieses mal nicht so lange dauern würde, da unsere Linie - speziell ich - keine Präsenz in Seoul haben. Überraschenderweise war die Schlange für die Segen jedoch so lange, dass ich 6-7 Stunden bis zum Schluss brauchte. Da wir nicht so viele Leute erwarteten, saß ich auf dem Thron, sonst hätte ich herunter kommen können, sodass es nicht so lange gedauert hätte, wie ich das in Ladakh oder anderen Teilen im Himalaya mache, wo ich meistens auf einmal über 80.000 Leute segnen muss. Auf dem Boden herumlaufen macht die Dinge dann etwas einfacher. Auf dem Thron zu sitzen um die Leute zu segnen braucht dagegen wesentlich länger.

Später sagte man mir, dass über 3.000 Leute kamen. Ich konnte sie nicht sehen während der Belehrungen, da sie in einer großen Halle saßen, wo sie mich auf einem riesigen Bildschirm in Überlebensgröße sehen konnten. Ich war sehr froh, dass viele der Anwesenden junge Leute waren. Das große Interesse an der Spiritualität war moralisch sehr inspirierend für mich, obwohl ich am Ende körperlich sehr müde war. Vermutlich war ich nicht darauf vorbereitet. Dies hat wieder mit der Erwartungshaltung zu tun. Ich sollte keine Erwartung einer großen oder kleinen Menge haben. So habe ich es selbst verursacht.
Ich war zutiefst glücklich, dass ich jenen Leuten, die zu den Belehrungen kamen, ein wenig mit meinem begrenzten Wissen und dem Segen Manjushris denen, die es wirklich wollten, nutzen konnte. Ich sah viele, die Fotos ihrer jungen Kinder in ihren Händen trugen, damit ich ihre Kinder durch diese Fotos segnen konnte, obwohl sie selbst nicht da sein konnten, um den Segen selbst zu empfangen. Ich dachte, das ist auch ganz nützlich und angemessen, wenn die Person, mit der man den Segen teilen möchte, selbst unfähig ist zu kommen. Warum nicht? Normalerweise machen wir das in unserer Gesellschaft nicht so sehr. Ich glaube, dass es eine Wirkung haben kann, wenn die Kinder oder Babies nicht selbst zur Belehrung oder dem Segen kommen können.Ich muss euch etwas über den Tempel erzählen, zu dem wir gestern im südlichen Teil von Seoul gingen. Es gibt 3 historisch sehr wichtige buddhistische Tempel in Südkorea. Sie repräsentieren die 3 Juwelen, Buddha, Dharma und Sangha. "Sa" auf koreanisch bedeutet Tempel. "Tongdosa" heißt "Buddha Juwelen Tempel", der 646 n.Chr. errichtet wurde, um Buddha´s Reliquien aufzubewahren. "Haeinsa" bedeutet "Dharma Juwelen Tempel", der 802 n.Chr. erbaut wurde und ein Welterbe der Holzblock Bibliothek koreanisch buddhistischer Schriften ist. Der Tempel, den ich gestern besuchte heißt "Songgwangsa", was "Sangha Juwelen Tempel" bedeutet.
Songgwangsa wurde im Jahre 867 erbaut. Ein Großteil der erleuchteten Sangha in Korea kam von diesem Kloster und die meisten noch lebenden Heiligen, Äbte und buddhistischen Gelehrten wurden hier graduiert. Ich denke, es ist wie die Nalanda Universität im Indien des ersten Jahrhunderts. Ich war so bewegt, als ich da war. Das zeigt uns die Größe von Buddhas Lehren und die Größe von Buddhas liebender Güte, Liebe und Weisheit. Wir haben erleuchtete Meister in Indien, Tibet, den Himalayas, Korea, Japan, im Westen und Osten, in allen Richtungen. Sie erlangten die Erleuchtung aufgrund ihrer Hingabe an die spirituelle Praxis, an ihre Gelübde, den Wesen zu helfen und an ihre selbstlose Boddhisattva Aktivitäten, die nie von irgendeinem Ego gefärbt sind. Dies ist sehr ermutigend, da es zeigt, dass jeder ein Buddha werden kann. Buddha ist keine Statue oder nur eine historische Figur, es bedeutet Große Erleuchtung, die von jedem erreicht werden kann.Heute waren wir in Daewonsa, einem weiteren herrlichen buddhistischen Tempel. Ich traf einige alte Freunde, die ich sah, als ich Südkorea vor über 10 Jahren besuchte. Es waren die Mönche und einige Laien, die bei meinem letzten Besuch nach mir schauten und mich herum fuhren. Erstaunlicherweise erinnerten sie noch immer das Datum meines letzten Besuchs: 7. März 1996. Ich war sehr gerührt, dass sie sich an das Datum unseres letzten Treffens erinnern konnten. Jetzt eben gab ich eine kurze Initiation für Amitabha, seine Qualitäten, Aktivitäten und Bedeutung.
Als ich mir die Gesichter des Publikums anschaute, sah ich, dass sie sehr interessiert an den Einzelheiten waren, die der Vajrayana Buddhismus anbieten kann. Es ist eine andere Perspektive. Ich versprach ihnen, dass ich jedes Jahr nach Südkorea zurückkehren würde um jedes Mal mehr Erklärungen zu geben. Ich weiss nicht, ob ich richtig gehandelt habe, diese Art von Besuchen zu versprechen. Wie ihr wisst, wird mein Lehr-Terminkalender so voll, dass jetzt - wo ich klar darüber nachdenke - mir klar wird, dass ich mich vielleicht selbst in Schwierigkeiten gebracht habe mit dem Versprechen nächstes Jahr und dann Jahr für Jahr wiederzukommen... und ich kann dieses Versprechen nicht zurücknehmen!
Viele Leute zeigten auch enormes Interesse, zum 1. Drukpa Konzil ADC zu kommen. Aber ich weiss nicht, wie schwierig oder einfach es für sie sein würde, nach Kathmandu zu reisen. Ich bat meine sehr alte Freundin Shim, Vorbereitungen zu treffen und ich werde das ADC Web-Team bitten, eine koreanische Version für sie und ihr bald zu bildendes Team in der ADC-Website aufzubauen, alle Details zu übersetzen und Unterstützung bei der Registrierung für alle Koreaner zu geben, die am 1. ADC teilnehmen möchten. Ich denke, Jigme Kunzang Senge oder Jigme Tobden vom ADC Web-Team sollten Shim eine email-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können einrichten, um dies zu leisten. Shim wird Koordinator für alle Koreaner sein.
Ich hoffe und vertraue darauf, dass viele Koreaner, die eine sehr lange Verbindung mit meiner Linie und mir haben, uns alle in der Drachenfamilie beim 1. ADC beiwohnen werden. Und nicht nur das, ich weiss, dass von jetzt an diese wunderbaren Leute aus Südkorea überall zu mir stoßen werden, an den unterschiedlichsten Orten dieser Welt, zu verschiedenen Anlässen, wie etwa den 800 Jahre Feiern, unserem Jahrtausend-Jubiläum von Naropa usw. - wegen unseres reifenden starken Karmas.
Ich möchte euch über einen der respektiertesten koreanisch buddhistischen Meister, die ich dieses mal getroffen habe, berichten: Meister Shyun Pong, ein Senior Abt des koreanischen Buddhismus, der mich sehr freundlich zu seinem Retreat Ort eingeladen hat. Wir hatten eine so phantastische Zeit mit Diskussionen über alle möglichen Themen. Er war ein so lebendiger und offenherziger Meister. Anders als viele Koreaner, die ich traf, und die nur eine oder zwei tibetisch buddhistische Traditionen kennen und die in dem Glauben steckengeblieben sind, dass in dieser Welt im tibetischen Buddhismus nur eine oder zwei Linien existieren; sie kennen den gesamten tibetischen Buddhismus nicht; sie sind sich nicht bewusst, dass es so viele verschiedene Traditionen und wunderbare Linien mit großen erleuchteten Meistern in verschiedenen Traditionen gibt; sie wissen nicht einmal, dass zum Beispiel Ladakh, Bhutan, Nangchen und Lahaul sehr stark unserer Linie folgen, stattdessen denken sie, dass unsere Linie ein Zweig einer anderen Linie sei und wir sekundär zu anderen Linien seien. Sie wissen nicht, dass wir allein in der Drukpa Linie über 1.000 Haupt- und Zweigklöster haben, die unabhängig von anderen Schulen existieren. In diesem Sinne ist Meister Shyun Pong sehr einzigartig unter den koreanischen Buddhisten. Er kennt nicht nur alle tibetisch buddhistischen Linien in Tibet, sondern auch jene in Indien und anderen Teilen des Himalaya. Kein Wunder, dass er als der Oberabt respektiert wird. Ich war wahrlich erstaunt über sein breites Wissen und seine Offenheit. Daher war ich sehr glücklich, etwas Zeit mit ihm verbringen zu dürfen, obwohl es eine so kurze Zeit war. Ich möchte ihn nächstes Mal wiedertreffen und wenigstens einen Tag und eine Nacht mit ihm an seinem Retreatplatz verbringen, einem phantastischen Platz für die Meditation.
Insgesamt bin ich sehr glücklich, das Interesse vieler Koreaner zu sehen, mehr über verschiedene Aspekte und verschiedene Linien im tibetischen Buddhismus zu erfahren. Mir wurde bewußt, dass viele der Mönche an den großen Gelugpa Klöstern Sera und Drepung studieren. Ich bin sehr froh, dass sie das gute Karma haben, dort ausgebildet und so viel über die tibetisch buddhistische Philosophie und die Linien zu lernen. Ich lernte auch einige Nonnen kennen, die von unserem großen Yogi, dem vorherigen Togden Amtrin aus Khampagar in Tashi Jong , ordiniert wurden. Sie lernten auch eine Menge unter der Führung S.E. Khamtrul Rinpoche Shedrub Nyima. Sie sprechen ausgezeichnet tibetisch und sind sehr an der Praxis der Sechs Yogas von Naropa interessiert. Ich kann ein großes Zukunftspotential für die Entwicklung des Buddhismus in Südkorea erkennen. Ich hoffe, dass alle Koreaner die Gelegenheit zum Lernen und Experimentieren mit all den verschiedenen Schulen im tibetischen Buddhismus haben werden, mit gründlichem Verständnis, das auf unmanipulierten Informationen beruht. So ist es der Job von uns tibetischen Meistern, sie klar und gründlich zu informieren, damit sie viele verschiedene Aspekte des tibetischen Buddhismus und der verschiedenen Linien, die gleich sind in Bezug auf Qualität, Substanz, Wissen und Weisheit, kennenlernen. Ich persönlich sehe da keine Unterschiede. Dennoch sollten wir aus der Drukpa Linie oder dem Drachenorden wenigstens etwas dafür tun, unsere eigenen Traditionen und das Erbe unserer großen Yogi Meister der Vergangenheit und Gegenwart bekanntzumachen. Lasst uns alle unsere neuen Freunde aus Südkorea in der Drachenfamilie willkommen heissen!
Bevor ich zum nächsten Ziel weitergehe, möchte ich sagen, dass ich beschlossen habe, die vielen Bitten der Leute aus Garsha oder Lahaul und Ladakh, sie in diesem Oktober zu besuchen, zu erfüllen. Voraussichtlich werde ich zwischen dem 6. und 10. Oktober in Garsha sein und danach nach Ladakh gehen, um meine Leute dort zu sehen, bevor ich mit der Asien Lehr-Tour beginne.
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Ladakh Katastrophenhilfe
UPDATE 11.08.2010: Seine Heiligkeit geht selbst ins Katastrophengebiet um zu helfen. Er bittet uns alle nochmals, großzügig zu spenden. Die Situation spitzt sich zu. Ein PDF zur Situation in Ladakh kann hier runter geladen werden.






