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Mitfreude

Ein Schritt näher an unserer eigenen Natur

27. Dezember 2013

S.H. Gyalwang Drukpa with S.H. Kyagon Drikung

Wir reden meist über positive Beziehungen, vor Allem in unserer eigenen Familie und unter Freunden und Kollegen. Allgemein stellen wir fest, dass unsere freundschaftlichen Beziehungen bis zu einem gewissen Grad anhalten und danach schwierig werden. Anfänglich befreunden wir uns, da wir gegenseitig das Positive sehen und spüren “oh, wie glücklich sind wir doch, befreundet zu sein!” Wenn wir uns dann aber näher kommen, kommen uns unsere Gefühle in den Weg. Dies passiert bei Paaren, bei Gurus und ihren Schülern und unter Dharma Freunden. Einer der Haupt Hindernisse ist unser Mangel an mitfühlender Freude und Verständnis.  Tatsächlich ist echte Mitfreude ein Weg, unser Verständnis zu fördern, und man kann auch sagen, ein kleiner Schritt hin zur Erleuchtung und zu unserer eigenen Natur.

S.H. Gyalwang Drukpa with S.H. Kyagon Drikung

Ich hatte das große Glück, positive Beziehungen mit meinen Gurus, meinen Dharma Brüdern und Schwestern und mit den meisten meiner Schüler und Freunde bewahren zu können. Da aber nichts perfekt ist, leide ich genauso wie ihr unter Beziehungen, die sauer oder negativ werden. Ich möchte glauben, dass ich alle verbleibenden Beziehungen so gut wie möglich mit Aufrichtigkeit und nicht schadender Motivation bewahre. Unschädliche Motivation ist neben der Mitfreude auch sehr wichtig. Wenn wir manchmal sagen “ich freue mich mit dir”, sollten wir überprüfen ob es echte Mitfreude ist, oder ob wir es nur vorgeben, mit einer anderen negativen Motivation im Hintergrund. Positive Handlungen können negativ werden nur durch eine gestörte Motivation. Daher sollten wir immer besonderes Augenmerk auf unsere Motivation richten.

Ich kenne Seine Heiligkeit Drikung Kyabgon seit meiner Pubertät. Als der frühere Thuksey Rinpoche noch lebte, besuchte uns Seine Heiligkeit öfter, manchmal in Darjeeling und manchmal in Ladakh. Wir erhielten Belehrungen vom selben Guru und praktizierten unter dem selben Dach. Altersmäßig sehe ich ihn als meinen älteren Bruder. Wir spielten Fußball zusammen und spielten sogar Frisbee und ritten auf Pferden in unserer Freizeit. Seine Heiligkeit war immer sehr nett, liebevoll und unterstützend mit mir, trotz all der Schwierigkeiten, mit denen wir uns bei unseren Jobs und in unseren Linien konfrontiert sehen. Wegen unsere geschäftigen Aktivitäten hatten wir uns einige Jahre lang nicht häufig gesehen, bis vor Kurzem.

5. ADC Hemis Monastery

Für mich persönlich war die Anwesenheit Seiner Heiligkeit Drikung Kyabgon das größte Highlight des 5. ADC (Drukpa Konzil). Er sprach in ausgezeichnetem Ladakhi, und da er ein großer Bodhisattva ist, hätte er kein Problem, in jeder beliebigen Sprache zu kommunizieren. Vor etwa einem Jahr war ich sehr besorgt um seine Gesundheit. Dieses Mal in Ladakh war ich sehr erfreut, dass sich seine Gesundheit dramatisch verbessert hat, und ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam immer wieder eine gute Zeit haben werden. Ich weiss nicht, ob wir noch Fußball oder Frisbee spielen können, ich stellte fest, dass Seine Heiligkeit sehr groß geworden ist, und ich bin in letzter Zeit auch fett geworden. Wir werden nicht mehr so schnell laufen können, da wir nicht mehr so jung sind, aber wir werden ohne Zweifel trainieren, schwimmen lernen, Gewicht reduzieren und uns für unseren gemeinsamen Urlaub bereit machen. Seine Heiligkeit hat mich eingeladen, mit ihm auf einen gemeinsamen Urlaub nach Ladakh zu gehen und wir werden bestimmt bald Pferde reiten und gemeinsam herum rennen. Ich freue mich auf diese große Zeit mit meinem Dharma Bruder.

Historisch haben unsere beiden früheren Inkarnationen in der selben Familie Wiedergeburt angenommen. Es ist sehr schade, dass meine Geschichts Kenntnisse zu wünschen übrig lassen, da ich an intellektuellem Wissen überhaupt nicht interessiert bin. Sicher wissen einige von euch mehr über unsere Geschichte, als ich.

Wie auch immer, versucht euer Bestes, euch an all den positiven Dinge zu erfreuen, die andere machen. Erfreut euch tief mit positiver  Motivation. Erfreut euch mit der Haltung: “EINES TAGES WERDE ICH SEINEM ODER IHREM BEISPIEL FOLGEN, GUTE TATEN ZU VERRRICHTEN” ohne dabei zu denken, “ich wünschte, dass er oder sie nicht so gut wäre, damit ich immer der Bessere bleibe.” Mitfreude ist die beste Medizin für Eifersucht und andere negative Emotionen. Warum sollten wir es nicht einmal probieren?

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