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Friede mit jedem Schritt

18. April 2013

main_small1Wir haben gerade erfolgreich unsere sechste Pad Yatra in dem wunderschönen Land Sri Lanka zu Ende gebracht. Glückliche Zeiten gehen leider schnell vorbei. Unsere Pad Yatra war so freudvoll, dass sie zu schnell vorüber ging. Auch erwartete ich das Ende gar nicht so bald. Deshalb sollten wir jede Beziehung, die wir aufgebaut haben, wertschätzen und uns an unserem Zusammensein erfreuen. Letztendlich müssen wir eines Tages weg gehen, auf die eine oder andere Art.

Bei jeder Pad Yatra erfahen wir unterschiedliche Schwierigkeiten oder besser Herausforderungen. Manche bedingt durch das Wetter, die Höhe, Nahrung und andere Situationen. Manche sind bedingt durch Beziehungen mit anderen, mit der Natur und manche mit uns selbst. Was ich dazu sagen möchte: “Kümmert euch um eure eigenen Angelegenheiten!” Ihr habt alleine schon eine Menge in jeder Ecke eures Lebens zu tun. Es ist eine Pad Yatra, und so habt ihr bestimmt eine Menge Probleme zu bearbeiten, sei es innerhalb oder außerhalb von euch selbst. Wenn eure Aufmerksamkeit nicht bei euch selbst, sondern bei anderen ist, dann erzeugt ihr Probleme. Glück oder Leiden ist alles innerhalb. Niemand außer euch selbst kann euch glücklich, traurig, verärgert oder aufgebracht machen.

Quirlig zu sein und anderen auf die Nerven zu gehen, das können wir alle gut. Als Ergebnis haben wir Probleme mit Leuten, Disharmonie auf niedriger Ebene. In ernsthafteren Situationen kämpfen wir miteinander. Im schlimmsten Fall entscheiden wir uns vielleicht für Krieg. Ein gewisses Maß an Selbstkontrolle oder Disziplin ist nötig, wenn wir individuellen Frieden oder kollektive Harmonie wünschen. Eine der Ursachen dafür ist, dass wir zu viel reden, mich eingeschlossen. Ich war früher ein sehr aufgebrachter Junge. In meinen Augen war kein Mönch und kein Kloster gut genug, alles war schlecht. Mein Vater ermahnte mich immer, dass ich mich bessern müsste, meine Haltung ändern. Diese innere Verbesserung würde mich dann glücklicher und weniger ärgerlich machen, da meine Wahrnehmung positiver würde.

Ohne Zweifel sah ich viele Dinge, mit denen ich bei dieser Pad Yatra nicht einverstanden war. Die Nonnen brauchten z.B. zu viel Wasser und waren immer unter dem Zwang zu waschen, wann immer es eine Gelegenheit dazu gab. Die Mönche aßen zu viel. Die Ausländer quatschten zu viel. Die Gruppe 2 der Rinpoches lief nie in einer Reihe und es fehlte ihnen an Disziplin. Wenn mir dies auf die Nerven gegangen wäre, wäre es eine schreckliche Pad Yatra für mich geworden. Ich sagte mir: “Komm schon, lass sie in Ruhe, es ist nicht so schlimm, lass ihnen ihre Freude.” Ansonsten hätte ich noch schauen müssen, wie sie ihre Kartoffeln, Tomaten und Gemüse schälen und wie sie kochen oder wie sie ihre Zelte aufstellten. Dann wäre alles meine Angelegenheit gewesen. Dann wäre ich so beschäftigt gewesen, dass ich nichts anderes mehr hätte machen können. Auf eine Art kümmern wir uns so sehr um andere, dass wir sie kontrollieren. Auf eine andere Art können wir dies auch selbstgemachtes Kopfweh nennen.

Aus Freundlichkeit und Sorge um andere sagen wir anderen häufig, was sie zu tun oder zu lassen hätten, obwohl dies nicht zu unseren Aufgaben gehört. Daher sollten wir uns immer selbst überprüfen, ob wir nicht überreagieren und zum Nackenschmerz für andere werden. Ich versuche mein Bestes, nicht zum Nackenschmerz für andere zu werden. Dies ist eine Praxis, die viele tun sollten: “Nicht bewerten, kümmert euch um eure eigenen Angelegenheiten.”

Dies ist etwas anderes, als gleichgültig oder ignorant zu sein. Wir sollten uns um uns selbst kümmern, wenn es darum geht, andere zu beurteilen, aber wir sollten helfen, wann immer unsere Hilfe gebraucht wird. Auf eine Art sind wir so wie Eltern für andere. Wir müssen ein Kind aus dem Augenwinkel beobachten, wenn es laufen lernt, sollten es seine eigenen Fähigkeiten voll ausnutzen lassen ohne uns einzumischen. Aber wenn es fällt, sind wir als Eltern immer zur Unterstützung da. Als Beispiel: wir kümmerten uns nicht um unsere eigenen Angelegenheiten, als ein Affe Hilfe brauchte. Unter dem Felsen von Sigiriya, dem heiligen Platz von Tara, kam ein verletzter Affe zu mir, als ich unter einem Baum saß. Sie hatte eine Kette um ihre Hüfte, aus der sie heraus wuchs, sodass die Kette in ihr Fleisch schnitt und eine Infektion mit Eiter und Blut verursachte. Jene ignoranten Leute, die Affen für ihren Lebensunterhalt trainieren, müssen wohl schuld daran gewesen sein. Vermutlich hat der Affe all das Leiden nicht mehr ausgehalten und rannte weg. So konnte ich mich nicht um meine eigenen Dinge kümmern, da der Affe hilflos war und Hilfe brauchte. Normalerweise sind wir übereifrig, wenn andere unsere Hilfe nicht benötigen, aber wenn sie unsere Hilfe brauchen, sagen wir: “Es tut mir leid, dies ist nicht meine Aufgabe, ich kann nichts machen.” Dieses Mal bat ich Thuksey Rinpoche, sich um diese Angelegenheit zu kümmern, nach dem verletzten Affen zu schauen, der wegrannte, als ihn alle fangen wollten um ihr zu helfen. Er machte seine Arbeit großartig, indem er tagelang immer wieder zurück nach Sigiriya ging, bis er den Affen mit Hilfe der Leute des “Wild Life Departments” und der “Sri Lanka Youth” fand. Der arme Affe wurde ins Krankenhaus gebracht für eine Diagnose und Behandlung. Offensichtlich hatten ihre Nieren versagt, sie konnte ihren Stuhl und Urin nicht mehr halten. Da sie 2 Jahre lang an sehr schlechter Blutzirkulation litt, sagen die Ärzte, sie würde bald sterben, wenn wir sie nicht retten würden. Sie blieb 2 Wochen im Krankenhaus und Thuksey Rinpoche nahm sie bei ihrer Entlassung in Empfang und brachte sie zurück nach Sigiriya. Ich war wirklich sehr stolz, dies geschafft zu haben und ein Beispiel gegeben zu haben, wie man Leben wertschätzen und retten kann, wann immer sich eine Gelegenheit dafür bietet.

Der erste Schritt zum Frieden ist nach innen zu schauen und zu vermeiden, nach außen zu schauen. Also sich “um unsere eigenen Angelegenheiten zu kümmern” ist der erste Schritt zu Frieden. Dies ist eine kleine Erinnerung an mich selbst, die ich mit euch teilen möchte.

Der Erfolg der Sri Lanka Pad Yatra wäre nicht ohne die volle Unterstützung der Regierung von Sri Lanka möglich gewesen. Wir waren gerührt, die Harmonie zwischen den verschiedenen Religionen und Rassen zu sehen. Wann immer wir durch Gegenden von Muslims oder Hindus gingen, wurde uns Schutz, Essen, Trinken und Gebete angeboten. Niemand hatte ein dunkles oder böses Gesicht, als hunderte von uns durch ihre Städte, Dörfer und heiligen Orte wanderten. Es war für mich sehr schwierig zu glauben, dass die Leute in einem Land, das 3 Jahrzehnte lang in einen heftigen Krieg verstrickt war, in der Lage waren, ihr Leben mit einem Lächeln und Vergebung zu leben. Wir gingen vom Süden in den Norden und es wäre der Regierung nicht leicht gefallen, negative Ereignisse vor uns zu verstecken. Wir waren frei, mit jedwedem zu interagieren. Ich fragte viele Leute, wie sie in der Lage waren, schmerzfrei zu bleiben nach all dem, was sie durchgemacht hatten. Viele von ihnen dankten es buddhistischen Mönchen, die Belehrungen über Karma, Wertschätzung, Toleranz und Vergebung gaben. Ich weiß, dass viele meiner Freunde und Schüler Zweifel am Dharma und speziell an Karma haben, aber wir konnten in Sri Lanka alle sehen, wie wichtig der Dharma für die Leute war, die 30 Jahre lang Krieg erlitten hatten. Eltern mussten ihren Kindern jeden Morgen bevor sie zur Arbeit gingen erzählen, dass sie eventuell nicht mehr zurück kommen könnten, sie könnten in einem terroristischen Angriff getötet werden. Sie sagten ihren Kindern, dass sie den Lehren des Buddha folgen sollten und führten ihr Leben mit Liebe, Geduld und Verständnis, da eine Zeit kommen würde, in der das negative Karma erschöpft wäre und Friede wieder vorherrschen würde. Dies ist das Ergebnis, wenn man den Dharma in Praxis umsetzt.

Tatsächlich verdanken wir Buddhisten den Buddhisten und Mönchen von Sri Lanka sehr viel. In Indien, dem Geburtsland des Buddha und des Buddha Dharma, gingen fast alle buddhistischen Vermächtnisse verloren, bis Anagarika Dharmapala aus Sri Lanka kam um unsere Pilger Stätten wieder zu restaurieren. Daher bin ich glücklich, dass wir die Knochen Reliquien des Buddha als unser kleines Anerkennungs Geschenk präsentieren können. Der Präsident wird eine Stupa an einem heiligen Platz errichten um die Reliquien unterzubringen. Im Namen unserer Linie danke ich ihm, der Regierung und den Leuten Sri Lankas aus tiefem Herzen. Zuguterletzt geht meine Anerkennung an die zentrale monastische Körperschaft Bhutans, die so viele hohe Mönche schickten um uns bei der offiziellen Übergabe Zeremonie zu helfen.

Visiting a Hindu temple with Muslim and Buddhist representatives

Encouraging young Buddhist monks

It's important to respect and appreciate

MP Rohana Kumar Disanayake gave each of us a cup as a souvenir

Bawa Jain, Secretary General of UN-World Religions for Peace, Michael, my student, and Michelle, my friend, came to support us. Thank you.

A stamp to commemorate our Peace Pad Yatra

First Day Cover with the logos of Drukpa and Live to Love

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